Berufsbilder in der Apotheke
Berufschance Apotheke
Die Apotheke bietet attraktive und anspruchsvolle Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Hohes Ansehen, flexible Arbeitszeiten, flache Hierarchien, Nähe zum Wohnort und - besonders für Frauen interessant - problemloser Wiedereinstieg in den Job, machen pharmazeutische Berufe so interessant. Zu einem gut funktionierenden Apothekenteam gehören Apotheker/innen, Pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) und Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA).
Die Gesundheitsbranche boomt - Lust auf Apotheke?
Das Gesundheitswesen - die Zukunftsbranche schlechthin. Nirgendwo sind die Jobchancen so gut. Heilen und Helfen haben Zukunft - das gilt ganz besonders für die Apotheke. In allen Umfragen wird Gesundheit als das wichtigste Gut schlechthin bezeichnet und das lässt man sich in Deutschland einiges kosten: Fast 250 Milliarden Euro werden jährlich dafür ausgegeben, Tendenz steigend.
Fortschritt, Demographie und jede Menge Jobs
Drei Faktoren sprechen dafür, dass die Gesundheitsbranche auch in Zukunft wachsen wird:
1. der medizinische Fortschritt, der immer mehr Krankheiten immer besser behandelbar werden lässt,
2. der wachsende Wunsch der Patienten nach kompetenter und umfassender Beratung und Behandlung sowie
3. die Tatsache, dass die Menschen immer älter werden
Nach dem Handwerk ist das Gesundheitswesen der größte Arbeitgeber: 4,2 Millionen Menschen arbeiten hier. Über 80 anerkannte Gesundheitsberufe gibt es in der Zwischenzeit. Vom Altenpfleger über die Masseurin bis hin zum Zahntechniker, vom Bürojob bis zum Experimentieren im Labor ist alles dabei. Besonders gute Jobchancen gibt es in der Apotheke. Deutschlands rund 18.000 Apotheken bieten mit knapp 136.500 wesentlich mehr Arbeitsplätze als zum Beispiel die Volkswagen AG mit 103.000 Stelle. Und diese bieten in den Apotheken auch noch flexible Arbeitszeiten und sind überaus frauen-freundlich. Rund 85 Prozent der in Apotheken Beschäftigten sind weiblich.
Zwischen Arzneiküche und Kundenberatung - die Apothekerin /der Apotheker
Der Apotheker ist der Spezialist für alle Fragen rund um das Arzneimittel. Er trägt die volle Verantwortung und hat daher auch die längste und anspruchsvollste Ausbildung zu absolvieren. Er muss nicht nur wissen, wie man ein Mittel herstellt, sondern auch, wie es wirkt und wie es sich mit anderen Medikamenten oder Nahrungsmitteln verträgt. Er muss Krankheiten erkennen und deren Schwere beurteilen können. Er ist in der Regel der erste Ansprechpartner in allen Gesundheitsfragen. Früher mussten angehende Apotheker bei einem "Meister der Arzneimittelkunst" in die Lehre gehen, heute müssen sie ein mindestens achtsemestriges Hochschulstudium mit drei Staatsexamen absolvieren. Im Mittelpunkt steht dabei zwar die Chemie und Pharmakologie, aber auch die "Chemie zum Kunden", wird nicht vernachlässigt. Schließlich arbeiten die meisten der rund 50.000 deutschen Apotheker in öffentlichen Apotheken und da gehört neben dem Fachwissen die Sozialkompetenz einfach dazu.
Die rechte Hand des Apothekers - die Pharmazeutisch technische Assistenten
Wenn es etwas bei PTAs wohl nicht gibt, dann eines: Langeweile. Im Labor rührt sie Salben an, stellt Augentropfen her oder bereitet für Kunden "maßgeschneiderte" Arzneien her. Sie führt auch andere Laboruntersuchungen durch, z.B. die Bestimmung des Cholesterin- oder Blutzuckerspiegels. Neben Geschick und Sauberkeit sind auch ein hohes Maß an Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein gefragt, ein Patient muss sich schließlich darauf verlassen können, dass die Kapseln, die er bekommt, die richtige Menge Arzneistoff enthalten. Und dann ist da die Fähigkeit, auf Menschen zu- und einzugehen: Einer klagt über Durchfall, der andere über Kopfschmerzen, da muss man sich schon in Patienten hineinfühlen können. Das Gleiche gilt natürlich, wenn Patienten Stützstrümpfe angepasst werden, Blutdruck gemessen wird oder Fragen zur richtigen Anwendung von Arzneimitteln auftauchen - wie für den Apotheker gilt: Patienten zu informieren ist ganz wichtig.
Die Ausbildung zur PTA
Die Ausbildung zur PTA dauert zweieinhalb Jahre, in denen man in Chemie und Botanik, Arzneimittel- und Drogenkunde, aber auch am PC fit gemacht wird. Zwei Jahre lang besuchen angehende PTAs eine PTA-Schule, anschließend folgt ein sechsmonatiges Praktikum "vor Ort". Abschließend muss die angehende PTA noch eine staatliche Prüfung bestehen. Im Anschluss an die Ausbildung ist für eine PTA alles drin. Und das Beste daran: Eine arbeitslose PTA zu finden dürfte in etwa so einfach sein, wie die berühmte Nadel im Heuhaufen zu entdecken.
Das Organisationstalent - die Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte
In der Apotheke können alle Medikamente innerhalb von 2 bis 4 Stunden nach Bestellung geliefert werden. Eine logistische Meisterleistung. Jede Apotheke hat zwischen 8.000 und 10.000 verschiedene Arzneimittel vorrätig. Um sicherzustellen, dass jedes Medikament schnell und ohne Komplikationen bereitsteht, ist die pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, die PKA zuständig. Ihr Job ist die Pflege und Ergänzung des Warensortiments per Computer und die fachgerechte Lagerung der Medikamente. Denn eines ist klar: Arzneimittel sind waren besonderer Art, mit denen man sehr sorgfältig umgehen muss. Vor allem aber zeichnet sich eine gute PKA durch ihr kaufmännisches Wissen aus: Sie kalkuliert die Preise der Waren, die keinen gesetzlich vorgeschriebenen Preis haben, sie führt Buch, also all das, was die funktionierende Logistik einer guten Apotheke ausmacht. Aber auch Kreativität kommt bei einer PKA beileibe nicht zu kurz: Sie gestaltet das Schaufenster mit und sorgt für eine optimale Präsentation der Waren. Und obwohl sie selbst keine Medikamente abgeben darf, kommt auch der Kontakt mit dem Kunden nicht zu kurz: Sie berät bei Kosmetik, Babynahrung und Pflanzenschutz. Das Schöne an der dreijährigen Ausbildung: Sie findet direkt in der Apotheke statt.
Die Ausbildung zur PKA
Wer als PKA arbeiten will, sollte vor allem Spaß am Organisieren, Rechnen, und an Computerarbeit mitbringen. Dazu bewirbt man sich direkt bei einer Apotheke, wo der größte Teil der dreijährigen Ausbildung unter An-leitung einer Apothekerin oder eines Apothekers stattfindet. Zusätzliche theoretische Kenntnisse vermittelt die Berufsschule: Einerseits zu kauf-männischen Themen, wie Betriebswirtschaftslehre, kaufmännisches Rech-nen, Marketing und Werbung, andererseits zu pharmazeutischen Inhalten wie Arzneimittel, Kosmetik- und Diätprodukte sowie Pflanzenschutz. Auch der Umgang und die Pflege der EDV sind heutzutage ein wichtiger Bestandteil dieses Berufsbildes.
Gute Chancen für Apothekerinnen Zwischen Beruf und Baby
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht bei vielen jungen Frauen ganz oben auf der Liste der Kriterien, nach denen sie ihren Beruf auswäh-len. Berufe, die einem schnellen Wissenswandel unterliegen oder Präsenz von früh bis spät erfordern, sind nahezu unvereinbar mit Teilzeitarbeit oder Wiedereinstieg. Im Gegensatz zum Beispiel zur Computerbranche, wo der Status quo von heute bereits morgen passé ist, bieten sich Apothekerinnen eine Vielzahl von Möglichkeiten, Beruf und Baby zu vereinbaren. Natürlich gehört auch hier Flexibilität und Fortbildungswille dazu, aber trotzdem kann diesem Beruf das Prädikat "familienfreundlich" verliehen werden. Eine wichtige Voraussetzung ist natürlich eine ganz klare Absprache mit dem Arbeitgeber. Unterstützung bekommen junge Mütter durch das von der Bundesregierung Anfang 2001 initiierte Aktionsprogramm "Frau und Beruf", das mehr junge Frauen motivieren möchte, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bringen. Eine neuere Studie zeigt, dass Frauen 18 Monate nach der Geburt durchschnittlich nur noch 7,4 Stunden arbeiten, nach dem zweiten Kind sogar nur noch fünf Stunden. Dass es anders gehen kann, zeigen viele junge Apothekerinnen bereits heute.